Campus Ro, Rosenheim
- Projekttyp Wohnen & Gewerbe / Dach- und Fassadenbegrünung / Platzgestaltung
- Planungsphasen Wettbewerb (1. Preis), LPH 1-3 (Grundlagenermittlung, Vorentwurf, Entwurf)
- Planungszeit 2018-2019
- Bauzeit 2021-2022
- Projektaufgaben Projektleitung Wettbewerb, sowie Detaillierung: M. Mladenova i.A. von Jörg Weisser (Büro FSWLA)
- Auftraggeber CAMPUS RO GmbH & CO.KG, Rosenheim
- Projektpartner Architektur-Contor Müller Schlüter, Wuppertal
Der Campus Ro liegt in unmittelbarer Nähe der Hochschule Rosenheim und muss mangels stadträumlicher Bezüge seine Qualität als Wohn- und Lebensraum jedoch aus sich selbst heraus entwickeln. Vorrangiges Ziel des Konzepts ist es daher den Bewohnern einen innovativen, bereichernden, inspirierenden Lebensraum für diesen prägenden Zeitabschnitt anzubieten. Das Konzept nimmt daher ganz bewusst Charakteristika klein-räumlicher Stadtstrukturen auf und fügt diese zu einem maßstäblichen aber auch urbanen Lebensraum.
Die Siedlungsstruktur wird zwecks weiterer Verdichtung dreidimensional fortgesetzt. Die Hausreihen werden gestapelt, verschachtelt und über verschiedene Treppen, Wege und Galerien erschlossen. Alle Wohnungen werden direkt von außen betreten und sind zweiseitig belichtet. Optimiert nach Durchsicht, Orientierung, Besonnung und
Aussicht erfolgt die Stapelung ein- bis viergeschossig. Die dadurch auf unterschiedlichen Ebenen entstehenden Dachflächen werden in das Wegesystem eingebunden
und als Dachgärten genutzt. Die Nähe zu den einzelnen Häusern erlaubt die unmittelbare Aneignung durch die Bewohner.
Das Netz aus Wegen und Aufweitungen, Plätzen und Gärten erstreckt sich somit auf alle Wohnebenen und bietet vielfältige Sichtbeziehungen. Wesentlich ist, dass mit diesem vielfältigen Außenraum an der Schnittstelle zwischen Öffentlichkeit und privatem Wohnbereich ganz selbstverständlich eine Interaktionsfläche der Bewohner entsteht. Die Vertikalbegrünung, die sich zwischen den Etagen streckt, sorgt dafür, dass die Wohnung eine ausreichende Beschattung und Sichtschutz bekommen. Der Weg zur Wohnung bietet durch die Zwangsläufigkeit der dort erfolgenden Begegnungen die Voraussetzung für die Entstehung von Kontaktbereichen und beugt somit trotz hoher Bewohnerzahl jeglicher Anonymität vor.
Das Pflanzkonzept ist basiert auf robuste mediterranen Pflanzen wie Ölweiden, Zierlauch, Sedum, wilder Wein und immergünes Geißblatt, und bietet Lebensraum für viele heimischen Bienen- und Schmetterlingsarten.
Ein großer Ziel der Planung ist das Regenwasser von den Dachflächen für die Wasserversorgung den Pflanzflächen wiederzuverwenden und somit die grösstmögliche Nachhaltigkeit in der Regelpflege zu schaffen.
Das Projekt wurde mit mehreren Preisen für Nachhaltigkeit ausgezeichnet.
*Auszeichnung Platin der Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)











